Die Wurzeln des Weinbaus im Burgenland

Schon die Kelten wussten, was gut war. So fand man Traubenkerne als Grabbeigabe in einem keltischen Hügelgrab der Halstattkultur von der Nachbargemeinde Zagersdorf. Aus dem 8. Jahrhundert vor Christus! Der Fund ist damit der älteste Nachweis des Weinbaus in Mitteleuropa.

Die Römer haben den Weinbau dann in geordnete Bahnen gelenkt. Kaiser Probus (276 - 282) gilt als der Vater des Weinbaus in Österreich. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches ging es auch mit dem Wein bergab. Erst Karl der Große (768 - 814) forcierte den Anbau dieser bis heute so wichtigen Kulturpflanze wieder, er ließ einen Weinbaukataster und Musterweingärten anlegen.

Nach der Christianisierung der Magyaren kam das Burgenland zum ungarischen Königreich, und als Teil Ungarns nahm es auch im Weinbau eine eigenständige Entwicklung.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde Wein in die "Oberländer" Böhmen, Mähren und Schlesien verkauft. Die österreichischen Grenzstädte sowie Klöster führten ihre "ungarischen" Eigenbauweine aus dem heutigen burgenländischen Raum zollfrei in die Steiermark und nach Oberösterreich ein.

1526 wurde der Ausbruchwein erstmals urkundlich erwähnt, ein erlesener Süßwein, der auch geschichtlich eine große Rolle im Burgenland spielte. Am 26. Oktober 1648 erkaufte Eisenstadt sich das Freistadtrecht von Kaiser Ferdinand III., bezahlt wurde mit 16.000 Gulden und 3.000 Eimern (162.000 Liter) Wein.

Auch das Burgenland wurde nicht von der Reblaus verschont, die Ende des 19. Jahrhunderts verheerende Schäden anrichtete. So musste der Weinbau im 20. Jahrhundert auf völlig neue Beine gestellt werden. Für das Weinbaugebiet Burgenland haben sich vor allem der Weißburgunder sowie der Blaufränkisch bei den Rotweinen als sehr geeignet erwiesen. Heute gehören sie zu den typischen Rebsorten des Burgenlandes.
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